Samstag, 13. Mai 2006

Streikland Deutschland

Was es dieses Jahr schon alles für Streiks gab. Die Müllabfuhr hat gestreikt. Dankbarerweis im Winter und nich im Sommer. Was meines Erachtens sehr viel interessanter gewesen wäre. Alles mögliche was im Krankenhaus so schafft. Von Krankenschwester, über das Küchenpersonal bis hin zu Fahrdienst hat gestreikt. Mit Erfolg... zumindest ein bisschen. Die Kürzungen wurden nich ganz so arg übel, wie es die Herren Verwaltungschefs es gerne gehabt hätten. Und jetzt sind die Ärzte am Streiken. Die sich in ihrer jahrelang hart erarbeiteten Unsolidarität abgespaltet haben vom restlichen Krankenhauspersonal. Sie streiken also. Am Anfang hat das niemand so wirklich interessiert. Weil die Auswirkungen nich so wirklich problematisch waren. Auf den meisten Stationen gibt es zwei Ärzte, sodass der Betrieb weiter aufrecht erhalten werden konnte. Es wurde eben einfach noch mehr Arbeit auf das Pflegepersonal abgewälzt welches in den meisten Fällen sowieso schon viel zu viel der Arbeit tut, was eigentlich Arbeit des Arztes wäre. Zum Beispiel Termine für die Patienten ausmachen... oder so.
Dann ham wa die Ambulanzen mehr und mehr bestreikt. Notfälle wurden immer behandelt. Sind ja schliesslich Notfälle, und der Rest wurde auf Donnerstage und Freitage verteilt. Hammer der Streik. Patienten kennen es ohnehin nicht anders, dass sie ewigst warten müssen. Da wird es ihnen wohl auch kaum auffallen dass sie jetzt ne halbe Stunde länger warten müssen.
Was die Woche ablief ging schon eher Richtung anständiger Streik. Eine ganze Woche lang nur mit Notdienstplan. Die Ärzte wechseln sich also die gesamte Woche mit dem Streiken ab. Unsere Psychiatriepatienten bekommen es zu spüren. Keine Termine diese Woche in den verschiedenen Ambulanzen. Traurig. Naja aber man kann sich auch als Notfall durchschmuggeln. Das Pflegepersonal (bei uns) weigert sich die Aufgaben der Ärzte zu übernehmen. Sie sehen die langfristigen Folgen verraus. Im Gegensatz zur unsolidarischen Arbeitsgruppe der Ärzte. Die an ihrer 60-Stunde Woche irgendwie doch selbst schuld is. Macht nix was nich in euerm Vertrag steht. Man wird es auf ewig von euch verlangen. Und mehr.

Naja aber deswegen streikt ihr jetzt ja. Gelitten haben in diesem Falle die Patienten auf den geschlossenen Akutstationen. Wir haben 4 freie Betten. Die Akutstationen laufen über. Und die sind in Heidelberg nun wirklich nich schön. Aber wir haben Aufnahmestopp. Entlastung für das Pflegepersonal. Eine Zumutung für den Patienten dem es viel zu gut für die Geschlossene geht. Aber auch viel zu gut, als dass er entlassen werden könnte.

Und was bringts? Nix. Wochenlange Streiks und kein Zentimeter Bewegung. Einfach nur LOL. Armselig irgendwie. Aber naja. Macht mal, vielleicht hamwa bis Ende des Jahres en paar Tote mehr durch die Streiks und auch ein Voranschreiten der Verhandlungen. Viel Glück ihr Anfänger ;)

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