Nun.... Entweder in einer eigenen Wohnung, in einer WG, bei den Eltern oder im Wohnheim.
Ich erforschte während meiner Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenschwester mehrere Möglichkeiten. Ausser die Möglichkeit bei den Eltern zu wohnen, weil da war ich nun schon 1,5Jahre zuvor ausgezogen.
Also wohnte ich in zwei verschiedenen WG's, dann zog ich aus Gründen ins Schwesternwohnheim und letzten Endes - kurz vor Abschluss der Ausbildung - zogen wir dann in eine eigene Wohnung. Wo ich heute noch residiere.
Mit dem heutigen Beitrag möchte ich mich dem Wohnheim 131 im Neuenheimer Feld widmen. Eben jenes Wohnheim das ich bewohnte. Es folgt eine Auswahl an Fotos:

Der Teppich: Ein wunderwerk der Technik: Nimmt alles, aber auch wirklich alles in sich auf. Aschenbecher umgekippt? Kein Thema, zwei-dreimal drauftreten ist die Asche verschwunden. Für eine zertretene Kakerlake, braucht der Teppich allerdings mehr Zeit. Was da in diesem Teppich alles so drin ist, will ich eigentlich gar nicht so genau wissen. Aber eigentlich wäre es schon mal interessant. Vielleicht findet sich ja irgendein freiwilliger, der ein Stück da rausschneidet und analysiert.

Unten rechts am Rand sind lustige Leuchtstreifen zu sehen. Sinn dieser Dinger: Wenns mal wirklich brennen sollte (und es keiner der täglichen Fehlalarme ist) dann kann man ja auf den verseuchten Boden rumkrabbeln und schauen wo es raus geht. Das Haus mit diesen Lebensrettenden Dingern auszustatten, geschah in dem einen Jahr, in dem ich dort "wohnte". Gleichzeitig wurden überall Rauchmelder installiert, die aber offensichtlich nicht funktionieren. Das wurde nämlich ausgiebig getestet. Nicht das man das Geld für besseres hätte ausgeben können.... Einen Neuen Staubsauger für die Reinigungskräfte oder so.

Der Backofen. Immer wieder ein Spaß. Hier auf dem Bild ein fortschrittliches Modell mit Backrost. Wie man erkennen kann, gibt es keine Schienen um Backbleche dort abzulegen. Sehr sinnig. Deshalb liegen in den meisten Öfen auch Steine als "Backblechschiene" drin. Es sei übrigens jedem geraten ein eigenes Backblech zu beschaffen. Es gibt nämlich eine Rege Backblech-Beschaffungskriminalität im Haus. Über dem Backofen befindlich ist - wie im eigenen Haushalt meist üblich und bekannt - das Kochfeld installiert. Wer Glück hat, bei dem funktioniert eine Herdplatte. Wer Pech hat, löst einen Küchenbrand aus, durch heraushängende Kabel.

Kühlschränke auf den Zimmern sind - laut Brandschutzbestimmungen angeblich - verboten. Deshalb wurde ein solches Kühlschrankmodell installiert. Er steht in der Gemeinschaftsküche, Jeder Bewohner hat genau ein Fach. In ein Fach passen vier Milchpackungen, aber nur wenn man sie hinlegt. Wenn man Pech hat, dann fallen die eingekauften Sachen hinten runter und landen in einem der unteren Fächer. (Was eigentlich auch nicht so tragisch ist, weil man die Schlösser so schlecht sind, dass man sie einfach aushebeln kann.
Und da diese Kühlschränke schon gaaaaanz schön alt sind, brennt immer mal wieder einer. Bis dann ein neuer da steht, können schonmal einige Wochen vergehen. Aber Kühlschränke auf dem Zimmer? Nein, dass ist ja verboten, wegen der Brandgefahr.

Der Müllraum. Ich kennen keinen, wirklich KEINEN, der den Raum betritt. Nun muss man aber ab und an doch mal Müll wegwerfen. Also macht man die Tür auf, zielt und wirft seine Mülltüten in hohem Bogen in die Eimer. Dieser Raum ist das Aller-ekligste was ich je gesehen habe. Da tummelt es von Kakerlaken und Ratten. (und diese Zeitgenossen, sind auch im restlichen Haus zu finden.
Warum dieser Beitrag heute? Eine Schülerin auf Station erzählte mir von der dieswöchigen Jugend- und Auszubildenden Vertretung der Uniklinik Heidelberg. Es ging unter anderem um dieses wunderbare Wohnheim. Es besteht nämlich - eigentlich - dringender Renovierungsbedarf.
Ergebnis der Sitzung: Eine Renovierung ist mit 7 Millionen Euro zu teuer. Man wolle den Bewohnern aber Farbe stellen, und sie dürften dann selber streichen. Die Sanitäranlagen würden auch gerichtet. Und irgendein Stockwerk hat das Glück einen neuen Kühlschrank zu erhalten.

Ganz ehrlich?! Die Farbe an den Wänden ist das geringste Problem. Es gibt einen Haufen Ratten in den Abflussrohren, Kakerlaken bis in den 10ten Stock. Veraltete Kühlschränke und Backöfen bzw Herde im ganzen Haus. Einen Waschraum, in dem man leider nicht immer waschen kann, weil die Maschinen mal wochenlang kaputt sind. In Dusche und Bad sind zum Teil riesige Löcher in den Wänden, oder es kommen Kabel aus der Decke. Eigentlich gehört das Ding abgerissen.
Für ein solches Zimmer muss der geplagte Azubi auch noch bezahlen.
Zum Abschluss noch ein Unterhaltsames und beschönigendes Video:
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