Der Betreuende des Moduls hat zur Evaluation des Moduls, bzw. des Semesters eingeladen. Er wolle das dann auswerten und so die Lehre verbessern. Edle Absichten hat er. Ich möchte auch öffentlich ein paar Worte dazu sagen. Das Semester war chaotisch.... Versuchen wir es mal chronologisch aufzuarbeiten:
Seit einem knappen Jahr war bekannt, dass der Professor des ehemaligen M7 die Uni zum WS 2013 verlassen würde. Bis zum Beginn des neuen Semester gab es keinen neuen Professor. Irgendwann - gefühlt im Laufe des Semesters - fand sich dann eine Kommissarische Modulbetreuung. Kann passieren.
Jedes Modul an der Fernuni besteht aus 4 Kursen. Zu Beginn unseres Semesters sollte einer dieser Kurse ausgetauscht werden. Er wurde auch ausgetauscht. Zu anderen Kursen wurde die (umfangreiche) Pflichtliteratur geändert. Thematisch verschob sich zu unserem Semester also der Schwerpunkt. Kann passieren.
Zu unseren Gunsten wurde die Stoffmenge etwas geschmälert, dadurch dass prüfungsrelevante Online-Vorlesungen nun nicht mehr prüfungsrelevant waren. Kann passieren.
Der weitere Verlauf des Semesters verlief wie immer. Die Beteiligung in Moodle (die betreute Lernplattform) war wie gewohnt eher spärlich, was nicht zuletzt wohl der Tatsache geschuldet ist, dass sich die Studenten anderweitig vernetzen und auf die betreute Lernumgebung nur noch zurückgreifen, wenn sie eine Frage an die Betreuung haben. Und da man hier in vergangenen Semestern häufig genug von den Betreuenden auf die Mithilfe seiner Mitstudenten verwiesen wurde, ohne eine valide Aussage der Betreuung zu bekommen, verlegt sich die inhaltliche Kommunikation auf andere Plattformen und Lerngruppierungen.
Gegen Ende des Semester sollten ein paar Präsenzveranstaltungen stattfinden. Glücklicherweise hatte ich meine Pflichtveranstaltung schon in einem früheren Semester besucht und war davon nicht betroffen. Zwei Wochen vor dem Termin der Präsenzveranstaltung wurde diese wegen Krankheit abgesagt. Eine Vertretung fand sich nicht. Eine Ersatzleistung solle geben, mit der die Teilnahme an der Präsenzveranstaltung bescheinigt werden würde. Kann passieren
Kurze Zeit später teilt man uns auch mit, dass die Multiple Choice Klausur nun tatsächlich auch x aus 5 ist. Wir rechneten mit x aus 5 wobei mindestens 1 aus 5 gelte. Nun könnte hypothetisch auch 0 aus 5 vorkommen. Kann passieren.
Im gleichen Atemzug die Ernüchternde Mitteilung: Es wird keine Probeklausur geben. Der Themenschwerpunkt hatte sich ja verschoben, es kam ein neuer Kurs hinzu, die Betreuung hatte sich geändert. Wie rechneten also mit einer neuen Art wie die Fragen nun gestellt werden. Eine Probeklausur hätte uns auf die Art der Formulierung vorbereitet. Nach einige Protesten, lädt man uns wenigstens die Probeklausur des vergangenen Semesters hoch. KANN PASSIEREN
Der Tag der Klausur rückt näher. Wir lernen alle fleißig, bereiten uns auf das schlimmste vor. Im Endeffekt fahre ich dann erstaunlicherweise recht hoffnungsvoll nach Karlsruhe. Ich betrete den Raum. Zuviel Studenten um den Ansprüchen der Aufsichtspersonen gerecht zu werden. Sie hätten gerne dass immer eine Reihe frei ist und zwischen den Personen auch bitte. 14:00 Uhr. Eigentlich Klausuranpfiff. Unruhe. Die Aufsichtspersonen sortieren uns irgendwie. Ein paar Minuten später sitzen alle zur Zufriedenheit der Aufseher. Ich bin genervt. KANN PASSIEREN!
Ich arbeite mich also durch die Klausur. Entdecke Rechtschreibfehler. Kann passieren....
Grüble über Fragestellungen. Versuch mit Worte auszudenken, die in der Fragestellung Sinn ergeben könnten. Bemerke, dass das gar nicht meine Aufgabe ist, denn die Frage entspricht in kleinster Weise irgendeinem Grammatikalischen Standard und es ist in kleinster Weise ersichtlich was überhaupt gemeint sein soll. ALTER! KANN PASSIEREN!
Oh. Da sind sogar Fragen zu Themen sind, die wir gar nicht hatten.... JA MAN!! SOWAS KANN JA MAL PASSIEREN!!
Hupe. Mehrmals die gleiche Antwortmöglichkeiten. Nicht nur über mehrere Fragen hinweg, sondern sogar innerhalb einer Frage. ECHT JETZT! KANN JEDEM MAL PASSIEREN!
Fakt ist: Ich habe mich wirklich gut auf diese Prüfung vorbereitet. Ich wusste dass das Modul umfangreich ist und das detailliert abgefragt wird. Ich habe mich genau dementsprechend vorbereitet. Aber das was sie da produziert haben. Das übertrifft alle meine Erwartungen. Das Notenspektrum dass ich mir erhofft habe mit meinen sozialen Entbehrungen zu erreichen, kann ich sicherlich vergessen. Das man uns Studenten eine Klausur vorsetzt die offenkundig nicht ein einziges Mal auf grobe Fehler gegengelesen wurde, das finde ich schon eine dreiste Unverschämtheit.
Damit kein Missverständnis entsteht: Ich finde es absolut legitim, wenn ein der Lernstoff umfangreich ist. Ich finde es auch legitim wenn man Details abfragt. Und ich weiß auch, dass es gar nicht so leicht ist deutliche, explizite und unmissverständliche Fragen zu stellen. Aber ich erwarte dann schon, dass sich der Klausurersteller wenigstens ein bisschen Mühe dabei gibt.
Donnerstag, 13. März 2014
Evaluation Modul 7.
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6 Kommentare:
Hey Keks!
Ich mag deinen Blog und deine sich 'reinsteigernde Schreibe :-)
Jetzt komm mal 'runter, genieße deine vorlesungsfreie Zeit und iss 'nen Keks :-)
Grüße von hier nach dort
Andreas
Haha!
Oh, das täuscht. Ich bin gar nicht oben. Ich war ja sogar schon fast ein wenig amüsiert, als ich das geschrieben habe =)
Kekse hab ich schon alle nach der Klausur verspeist. yummy.
lg katha
Kurz vor Wochenschluss,
gut, dass dich "Versuche" anderer, dich zu bewerten amüsieren. In M3 war das Skript annodunnemals völligst daneben: syntaktisch, semantisch, orthographisch - einfach albern. Ich hatte mir den Spaß gemacht, alle Fehler, die ich gefunden hatte, explizit rot zu markieren. Das Skript war mehrheitlich rot. Im Übrigen, könnte ich mich 'reinsteigern: Die leben von *meinem* Steuergeld; eine, wenn auch spießig anmutende, Forderung, oberhalb der Arbeitsnachweisgrenze, wäre dann zumindest keine Satzruinen hinzufuhrwerken :-)
Wie sagte Hans Meyer - ein großer Fußballtrainer einst - ohne (selbst)-ironisierende Grundhaltung im Leben überlebst du nirgends. Ein weiser Mensch :-) Und in Hagen vermutlich Zulassungsvoraussetzung :-)
Hab' ein schönes WE.
Andreas
HEy!
Oh ja. M3 damals war ja auch topp. Die Klausur war ähnlich wie jetzt M7, nur nicht ganz so fehlerhaft. Dort gabs auch einige Gutschriften. Leider nur an den Punkten, die ich ohnehin richtig hatte und nicht an denen wo sie auch angebracht gewesen wären, ich aber leider in die falsche Kohorte gehörte.
Am Beginn von M7 hab ich auch jeden Rechtschreibfehler in moodle gemeldet. Die Arbeit wurde mir aber schnell zu aufwändig *lach*
Der hans Meyer war wohl ein weiser Mann. Selbstironisierend ist quasi meine Lebenshaltung =)
Ach,
Hans Meyer *ist* ein weiser Mann - der lebt ja noch. Mit Beckett: Man redet sich aber nur ein, zu existieren.:-)
Ich mag ja redundantes Trivialwissen, so ist für mich das Wissen um Torschützenkönige des FC Kaiserslautern (Kuuuuntz!!) wichtiger als hanebüchene Korrelationen in der "empirisch" arbeitenden Psychologie, die sich in Themata, wie 'Nähmaschinenbesatz und weibliche Deliquenz im ländlichen Raum des 19. Jhd. und deren Auswirkung auf die Geburtenrate' orgiastisch Bahn zu brechen versuchen. :-)
Ich bin alt, Korrektur, fühle mich alt, meine computertechnischen Kompetenzen sind denen eines Neandertalers vermutlich weit unterlegen, so dass ich nicht im Vorhinein zu sagen in der Lage bin, ob das System, große Zeichenmengen, die in ihrer Ausführlichkeit und Inhaltsarmut doch sehr an einen Thomas Mann oder Robert Musil erinnern, zu verarbeiten in der Lage ist.
Im Übrigen schätze ich dich deinen intrinsisch motivierten Ehrgeiz das Fach betreffend wert. Bei mir ist's eher so ein Vorsichhinstudieren mit dem Ziel der Genesis, die in die Hölle gerufen wird.
Laut jüngstem GEO ist deine motivationale Grundlage ("soziale Entbehrungen") Basis für Großes! :-)
Ich schweife ab.
Wesentliches: Stimmt es, dass Frauen nicht einparken können, dass es in Handtaschen im unteren Zehntel einen "Todessaum" gibt, der aus verschnäutzten Taschentüchern, einegwickelten Kaugummis und abgebrochenen Lippenstiften besteht?
DAS sind die drängenden Fragen der Zeit! :-)
Grüße von hier nach dort
Andreas
Oh super! Soziale Entbehrungen verheißen also Erfolg in der Zukunft. Das freut mich ja ;D
Die Fragen die du da stellst bezüglich Frauen interessieren mich ja auch sehr. Einparken kann ich mal gut und mal weniger gut. Eine Handtasche besitze ich nicht. Finde ich furchtbar unpraktisch. Alles was nicht in die Jeans passt brauche ich auch nicht. Und wenn doch ist es soviel dass ich einen Rucksack brauche.Taschentücher habe ich ohnehin grundsätzlich nie bei mir und ärgere mich desöfteren genau über diesen Sachverhalt.
Aber du hast völlig recht. Genau das sind die wesentlichen Fragen der Zeit! Und ob Männer sich im Spiegel wirklich so geil finden, wie ein aktuelles Facebook-Meme mir glauben machen will.
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