Seit letztem Jahr irgendwann hab ich entdeckt, dass deutscher Rap gar nicht so scheiße ist wie ich immer dachte. Hörte irgendwann mal "Meine Soldaten" von Maxim und "So perfekt" von Casper im Radio. Fand so ziemlich sofort Gefallen daran. Vor allem an den Texten, die stilistischen Besonderheiten. Und entweder steh ich eben gerade nur auf diese Art von Rap, oder die Texte sind einfach grundverschieden von denen anderer Genres. Da wird viel mit Worten gespielt. Mir gefällt das. Jedenfalls.... Zu Casper und Maxim kam dann noch OK KID, der wirklich grandios mit Worten spielt. Alligatoah deckt thematisch mal ganz andere Bereiche ab und ist mehr so für den Humor unterhalb der Gürtellinie zuständig. Die Antilopengang rappt dann doch sehr gesellschaftskritisch von links aus.
Die Tage stieß ich auf Kontra K. Einer dieser kleinen optischen Gangster, die man rein vom äußeren genau dort verorten würde: Im Rap-Business. Von ihm gefallen mir bisher nur ein paar wenige Lieder. Ich mag es dann doch nicht so, wenn es zu unmelodisch und zu 'hart' wird. Wie dem auch sei. Thematisch eher bei Maxim, Casper und OK KID einzuordnen. Bisschen düster und in menschliche Abgründe blickend. Aber ich mag sowas ja.
Erstens Zweitens:
"Wir sind schon zu weit weg um umzudrehen
Aber der Wind weht so stark auf offener See
Wir haben den Moment verfehlt, an dem es noch ging"
Hassliebe/ Bleib ruhig:
"Die Narben auf der Haut tun nicht weh
Aber dafür die ihr alle nicht seht
sie brennen wie Feuer, die Wunden im Herz"
Wo sie scheitern:
"Und auch wenn es dann schwer wird
Halt den Schmerzen noch Stand
Beiss die Zähne zusamm'
Solang dein Herz noch schlägt"
Mittwoch, 7. Januar 2015
Rap. Kontra K. Neues Jahr - Neue Musik.
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2 Kommentare:
Hallo Große,
ich hoffe inständig, du hast das neue Jahr gut begonnen.
Was heißt: "Seit letztem Jahr irgendwann hab ich entdeckt, dass deutscher Rap gar nicht so scheiße ist wie ich immer dachte"?
RAP ist, egal welcher Herkunft, "scheiße". Ich bitte dich, in übergroßen Hosen um eine brennende Mülltonne hüpfend irgendwelche Vulgarien hinausrüplsend - nein. Dabei ein Jahresgehalt einstreichen, das in seiner Höhe obszön ist und einen auf Cool machen. Ist nicht so meins. Ich glaube, du irrst :-)
Herr Houllebecq hat wieder einen schönen Trinkeroman geschrieben, zugegeben, Vulgarien finden sich auch dort sehr gehäuft, allerdings ist die Flucht ins Onanieren oder die Vielweiberei, glaubt man quantitativen Studien der Sozialpsychologie, lediglich Ablassventil, um Einsamkeit abzufedern. Das profane Geficke ist hier eben manifeste Variable des dahinterliegenden Konstruktes "Einsamkeit".
Man liest: Auch Profanes kann erleuchten. Rapper erleuchten nichts, sie ergehen sich in ihrem Sein als auf die Bühne geschupstes Bildungsprekariat, das alles kritisiert, aber vor sich selbst haltmacht. Goldkettchenbehangen werden Penisgrößen besungen. Ihr Penis ist jedoch klein, sehr klein. Mir tun sie mit ihrem kleinen Penis leid.
Amen.
Andreas
Rapper springen nicht zwingend in übergroßen Hosen um brennende Mülltonnen. Es gab da doch recht tiefgründige Texte und fast zarte Beats. Leiser Rap quasi. Aber ja: Es gibt auch Proll-Rap.
jedem Tierchen sein Pläsierchen.
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