Als ich so meine abonnierten RSS-Feeds durchsehe zwängt sich mir ein Gedanke auf: Meine Fresse schreiben die Leute viel zum Thema Prokrastination!
Ich kannte den Begriff vor Beginn meines Studiums nicht und im Grunde habe ich dann auch zunächst erstmal nur eine Vokabel gelernt gehabt, deren Sinn sich mir nicht so wirklich erschlossen hatte. Ich kenne das Problem der Aufschieberitis nicht wirklich. Damals in der Schule hatte ich schlichtweg keine Lust und habe Dinge schlichtweg nicht gemacht. Das hatte aber eher wenig damit zu tun, dass ich der Überzeugung war, dass ich die Aufgaben auch zu einem späteren Zeitpunkt erledigen könnte und das ich mit weniger Zeit auskommen könnte, oder sonstige Erklärungsansätze zu trafen die im Rahmen von Prokrastination hätten aufgehen können. Nein. Ich habe Hausaufgaben nicht aufgeschoben. Ich habe sie schlichtweg nicht gemacht.
Und auch in der Ausbildung: Entweder habe ich Aufgaben gleich erledigt, oder ich hab mich dazu entschlossen das sie unnötig sind.
Dann kam das Studium in dem ich die Vokabel der Prokrastination lernte. Mittlerweile weiß ich was damit gemeint ist. Sicherlich schiebe ich auch mal Dinge auf, aber ob man dann immer direkt von Prokrastination sprechen muss.... Ich glaube nicht. Im Grunde bin ich ziemlich strukturiert was die Integration meiner verschiedenen Lebensbereiche angeht. So strukturiert, dass ich mich manchmal selbst über mich wundere. Um beim lernen zu bleiben: Ich fange zu Beginn des Semesters an den Stoff durchzuarbeiten, koordiniere wie ich auf eine bestimmte Anzahl Lernstunden pro Woche komme und ziehe das bis zum Ende des Semesters durch. Manchmal arbeite ich vor, sodass ich mir eine Auszeit nehmen kann. Und manchmal nicht. Hinten dran bin ich eher selten mal.
Ich lese all diese Artikel zum Thema Aufschieberitis recht gerne. In aller Regel sind sie recht unterhaltsam geschrieben und nebenbei gibt es da mitunter recht gute Ansätze zu effizienteren Nutzung von Lernzeit. Sodass man schneller fertig ist. Aber im Grunde ist der Schlüssel zum Erfolg recht einfach: Ziel setzen. Hinsetzen. Arbeiten. Ziel erreichen.
Freitag, 13. März 2015
Prokrastiwas?!
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3 Kommentare:
Tach Große,
"Damals in der Schule hatte ich schlichtweg keine Lust und habe Dinge schlichtweg nicht gemacht. Das hatte aber eher wenig damit zu tun, dass ich der Überzeugung war, dass ich die Aufgaben auch zu einem späteren Zeitpunkt erledigen könnte und das ich mit weniger Zeit auskommen könnte, oder sonstige Erklärungsansätze zu trafen die im Rahmen von Prokrastination hätten aufgehen können. Nein. Ich habe Hausaufgaben nicht aufgeschoben. Ich habe sie schlichtweg nicht gemacht."
Genau! So! War! Es!
Im Übrigen auch im Studium (vor dem Bolognakram, vor dem Krieg): War ein Themengebiet so völlig uninteressant, hat man den Schein halt gemacht, da es in der Prüfungsordnung stand - vier gewann demnach. Für den Schnitt war es eh unerheblich und man wusste, man wird in jenem Lehrgebiet weder seine Staatsexamina schreiben noch sich prüfen lassen.
Heute ist diese Notengeilheit (zugeg. durch Bologna mitbedingt - die Kinner brauchen eben den Schnitt für die Masterzulassung bzw. alles zählt zur Endnote)schockierend für mich. Moodle gibt da beredtes Zeugnis. Gott sei Dank brauch ich den Kram nur zum Spaß :-)
Viele Grüße von hier nach dort
Andreas
Diese Notengeilheit ist die Konsequenz die aus dem System folgt. Ich wäre viel gechillter und hätte mehr Spaß an dem ganzen Kram, wenn man ewniger unter Druck stünde in den Klausuren 1,x Noten abzuliefern. Aber so ist das System nunmal. Entweder man passt sich an, oder man verliert.
Ganz nebenbei ist mir übrigens noch eingefallen, dass ich doch zum prokrastinieren neige. Wenn es darum geht Termine beim Arzt auszumachen nämlich.
Hi Keks,
"Ich wäre viel gechillter und hätte mehr Spaß an dem ganzen Kram, wenn man ewniger unter Druck stünde in den Klausuren 1,x Noten abzuliefern. Aber so ist das System nunmal. Entweder man passt sich an, oder man verliert."
Ich fürchte, das stimmt leider. Allerdings gibt es vermehrt kritische Stimmen, die dies anders sehen. Es widerspricht im Übrigen auch dem Gedanken der Universitas.
Wer sagt, dass, sagen wir, 'ne 3 nicht genügte, um Ziele zu erreichen? Titelthema im neuesten Spiegel z.B.
Im Übrigen ist es doch, die intrinsische Motivation bemühend, kein Ding, eine 1 zu schreiben, wenn ebenjene vorhanden ist. Es geht um den Kram, der einen einfach nur es Leid sein lässt. Und das ist interindividuell eben verschieden. Weshalb wird das bestraft? Ferner ist es ja NICHT so, dass die sog. "schweren" Fächer einen NC besäßen (wird aber in der Tat von zB Psychologen und Medizinern konsequent behauptet) - nein, es ist so, dass die "überlaufenen" Numeri Clausi beschränkt sind. Die theoretische Physik zB hat keinen NC. Die Uni Hagen hat, wenn ich das richtig überlicke, ihren NC 'rausnehmen müssen für den Master. Grund: mehr Plätze als Bewerber. Auch die DGP hat insistiert: Alle mit BCS sollen Master versuchen dürfen. Und so wäre das auch richtig.
"Ganz nebenbei ist mir übrigens noch eingefallen, dass ich doch zum prokrastinieren neige. Wenn es darum geht Termine beim Arzt auszumachen nämlich."
Ich habe vor Ärzten Angst. Akademischen Metzgern traue ich nicht so. Das allmorgendliche Schleimabhusten hat bei mir aber sicher nichts mit den Roth-Händle ohne Filter zu tun :-)
Viele Grüße von der linksrheinischen Seite
Andreas
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