Sonntag, 27. Februar 2011

Ein bisschen Angst ist auch dabei

Morgen ist es soweit. Die erste Modulprüfung für das Psychologiestudium steht an. Ich glaube ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich in meinem Leben noch nicht soviel gelernt habe.
Mein Vater sagte mir letzt: "Auch in der Schule hast du nicht gelernt, das was du da gelernt hast, war doch eher ein Nebenprodukt".
Und recht hat er. Mittlerweile habe ich auch schon ein paar Prüfungen hinter mir. Einige Abitursklausuren, ein paar Prüfungen für die Pflegeausbildung. Aber nie habe ich soviel gelernt. Das mit der Lernbulimie hatte ich nicht so ganz verstanden, bisher. Bisher war ich davon ausgegangen, dass es auf Zusammenhänge ankommt. man lerne für das Leben und so. Aber damit hat heutige Schulbildung doch rein gar nichts mehr zu tun. Nicht nur die Schulbildung, auch jetzt im Studium kommt es weniger auf Zusammenhänge an. Es geht im Endeffekt nur darum möglichst viel Wissen abzuspeichern und dann auf Abruf loszuwerden. Wer Glück hat kann diese Wissensfragmente dann hinterher noch verbinden und weiß somit dann auch um die Zusammenhänge. Wer Pech hat kann das nicht, und weiß hinter wenig. Ausser vielleicht, dass er es einmal wusste. Frei Sokrates: Ich weiß dass ich nichts weiß.
Zu Schulzeiten, habe ich versucht zu verstehen, ohne dabei zu verstehen dass es bei der Ganzen Sache nur ums Lernen geht. Nicht ums verstehen. 
Immerhin: vor 7 oder 8 Wochen habe ich das dann auch verstanden. Und seitdem lerne ich. Seit zwei Wochen weiß ich was für ein Lerntyp ich bin. Und morgen ist die Prüfung. Wir werden sehen was dabei herauskommt. Ob mein Wissen für 60% korrekte Antworten ausreicht. In 6-8 Wochen weiß ich Bescheid. 

Aber zumindest habe ich etwas über mich selbst gelernt. Ist doch auch mal was. Da kann ich es dann auch verschmerzen, wenn ich im Sommer nochmal für die erste Modulprüfung ran muss. Vielleicht.

Ausserdem hat auch Charlotte Haunhorst die Lernbulimie in einem offenen Brief an ihren einstigen Lehrer thematisiert. 

5 Kommentare:

ay hat gesagt…

Wenn ich mich daran denke wie viel Energie wir während der Schulzeit ins Lernen investierten... muss ich schmunzeln :)
Aber eigentlich wussten wir doch damals schon: Es ist sinnlos.
Man trifft für sich die Entscheidung: Lerne ich um zu lernen oder lerne ich für gute Ergebnisse? Wer um des Wissens willen lernt hat im Bildungssystem verloren, wer sich Stur auf die Anforderungen des Systems einstellt und den Rest zur Seite schiebt kommt gut durch.
Was ich zu meinem Studium heute sagen kann ist, dass ich etwas entscheidendes gelernt habe. Nämlich etwas einfach zu tun, weil es von mir verlangt wird, egal wie idiotisch es sein mag.
Viele Grüße & viel Erfolg!

kampfkeks hat gesagt…

Was du da sagst, dass habe ich zum Teil in der Ausbildung auch schon gelernt: es einfach zu machen, wenn es verlangt wird. Wobei es in der Ausbildung noch viel zu viel Spaß gemacht hat zu 'rebellieren'.
Jetzt im Studium macht das keinen Spaß mehr. Da allerdings das umgekehrte Spaß: Denn Leuten zusehen die rebellieren und immer weiter machen. Ohne zu verstehen dass die Uni an das Bildungssystem des Landes/ Bundes gebunden ist.

Es ist einfach so. Mach es oder lass es.

ay hat gesagt…

übrigens - so richtig lustig wird es wenn man plötzlich selbst der ist, gegen den rebelliert wird :D

kampfkeks hat gesagt…

Wird gegen dich rebelliert?

ay hat gesagt…

Manchmal schon, besonders wenn ich will dass gearbeitet wird :) Aber ja, Rebellion ist bei mir eher selten, kommt aber auch bei mir vor. Und manchmal haben sie damit sogar Recht :P