Sonntag, 15. Mai 2011

Streichholzalarm!

Es ist Nacht. Kurz nach 5. Meine Augen fallen zu, ich habe Mühe mich wach zu halten. Es gibt Nächte in denen klappt das ganz gut mit dem wach bleiben. Aber heute irgendwie nicht so ganz.
Nachtdienst in der Psychiatrie. Alles andere als Nervenaufreibend. Auf anderen Stationen des Krankenhause wird die Ganze Nacht gerödelt. Hier Infusionen gerichtet, da Schmerzmedis, Dokumentation, Organisation, Verbandswechsel.
Hier bei mir ist das alles sehr viel Ruhiger. Alle 1-2 Stunden ein Rundgang, schauen ob alle in den Betten sind und schlafen. Manchmal kommt einer raus und fragt irgendwas. Aber nur manchmal. Ansonsten gibts hier nicht viel zu tun. Ein bisschen Orga-Kram noch, aber das wars dann. Es ist jedenfalls nicht so als hätte ich viel zu tun. Heute nicht. Manche würden sagen, dass sei leicht verdientes Geld.... Ist es auch.

Eigentlich hatte ich heute ein schönes Thema über das ich schreiben wollte. Aber in meinem Kopf befindet sich nur völlig verklebter kriechender Synapsenkram.

In meinem Pflegeexamen hatte ich eine Frage zu den rechtlichen und gesundheitlichen Aspekten von Nachtschichten. Man kommt morgens einfach nicht mehr vernünftig heim. Letztens habe ich versucht mit dem Motorrad heimzufahren, aber die Reaktionsfähigkeit war so dermaßen im Keller, dass ich mich entschloss zum Nachtdienst weiterhin mit dem Fahrrad zu fahren. Da bin ich dann wenigstens weniger schnell, wenn ich hinfalle. Der Schlaf tagsüber ist zwar gut und schön und für den Moment auch erholsam, aber eigentlich auch nicht wirklich. Nur für den Moment eben, für kurze Zeit. Zwischen 2 bis 6 Uhr morgens möchte der Körper einfach schlafen. Da will er nicht wach sein. Da will er liegen, ruhig atmen das Herz in einer mindestfrequenz antreiben und vielleicht noch ein paar Darmbewegungen vollbringen. Aber die Tätigkeit des Augenaufhaltens findet er zu dieser Zeit einfach extrem uncool.

Ich will ja nicht nur meckern. Nachtdienst ist auch gut. Man hat seine Ruhe. Man bekommt (ein wenig) mehr Geld und hat danach ein paar Tage am Stück frei, was die Quälerei in den paar Stunden definitv wieder wett macht.

Nachtdienst - Wenn alles schläft und einer wacht, dann ist es nicht der Mann im Mond.

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