Just stolperte ich über einen - für mich - recht interessanten Artikel, zumal ich gerade erst gestern mit Freunden zusammensaß und wir darüber sprachen, dass man sich mit einem Bachelor-Abschluss in Psychologie noch nicht Psychologe nennen dürfe. Ich habe mich in diesem Punkt wohl getäuscht.
Der BDP (Berufsverband deutscher Psychologen) beruft sich auf ein BGH-Urteil (Bundesgerichtshof), wenn sie sagen, dass man sich nur Psychologe nennen dürfe, wenn man ein Diplom im entsprechenden Studiengang habe. Die Aussage die der BDP damals in den 80er Jahren traf, wurde (notwendigerweise) im Zuge des Bachelor-Master-Desasters ausgeweitet. Man dürfe sich nun laut Meinung des BDP nur mit einem Diplom oder Master-Abschluss als vollwertigen Psychologen bezeichnen.
Absurd wenn man bedenkt, dass der Bachelor-Abschluss angeblich ein Berufsqualifizierender Abschluss sei.
Noch viel absurder und schon fast amüsant, wirkt das Statement des BDP, wenn man dann nun weiß, dass im BGH-Urteil überhaupt gar nicht spezifiziert wurde welchen Umfang das Psychologie-Studium haben müsse und welcher Abschluss am Ende stehen müsse. Dort ist lediglich die Rede von einem akademischen Studium.
Was das nun heißt? In einem knappen halben Jahr bin ich befugt dazu mich mit meinem Abschluss im B.Sc. Psychologie auch Psychologin zu nennen. Zumindest rechtlich gesehen. Sozial akzeptiert und gern gesehen ist das in der Scientific Community aber eher mal nicht so. Ich vermute mal dass mir das dann erstmal schwer egal sein wird.
Hier der Artikel: http://www.focus.de
Samstag, 23. Mai 2015
BDP und BGH
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6 Kommentare:
Ein Grund mehr als Student nicht Mitglied im BDP zu werden...
Ein Grund mehr, dort Mitglied zu sein und rebellisch entgegengesetzt zu handeln.
REBELLION!!!!
Hi!
Bin auch demnächst fertiger B.Sc. und werde mich (bin schon länger freiberuflich als Berater und Coach unterwegs) selbstverständlich in meiner Internetpräsenz PSYCHOLOGE nennen.
Wenn die Kultusministerkonferenz den Abschluss "berufsqualifizierend" nennt, dann darf ich das wohl auch. Und dabei darf und werde ich auch den Namen des Berufs verwenden. Alles andere wäre ziemlich schwachsinnig!
Frank
... wenn ihr glaubt, jemand bezahlt euch mit nem B.Sc. für sitzungen das gleiche geld wie jemandem, der eine weitergehende ausbildung genossen hat - denn man tau! psychologe ist eben nicht gleich psychologe!
Danke für diese glänzende Präsentation von völligem Unverständnis dessen um was eigentlich geht.
Es geht um die Berufsbezeichnung 'Psychologe' nicht um die Bezeichnung 'Therapeut'. Wenn ich ein Psychologiestudium abschliesse bin ich danach Psychologe. Entweder mit einem Bachelor-Abschluss, oder mit einem Masterabschluss. Wenn ich lustig bin mache ich danach noch eine Therapeutenausbildung und dann bin ich (vielleicht) psychologischer Psychotherapeut. Alle drei Abschlüsse gehen natürlich (!!!) mit unterschiedlichen Gehältern einher. Aber Psychologe bin ich am Ende dennoch. Nur mit unterschiedlicher Qualifikation.
DANKE, Katharina!
Das hab ich echt nicht gewusst- jedesmal wenn mich jemand gefragt habe, was ich eigentlich "bin" nach dem Bachelor, hab ich halt gesagt, "noch nicht wirklich viel, mit dem bachelor alleine hat man noch nicht mal eine passende Berufsbezeichnung..."
also, danke für die Aufklärung.
du erweist dich immer wieder als große Hilfe für mich!! :-)
Lg Claudia
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