Samstag, 10. September 2011

Anspannungskurve im Sturzflug

Anspannungskurve... manche habe davon schon gehört, einige verbinden es mit irgendwas aus der Technik (womöglich...) andere mit Stress und dritte kennen die Anspannungskurve aus dem psychiatriepflegerischem Alltag.

Aber eines ist definitiv allen gleich: jeder hat die Anspannunskurve schon am eigenen Leib erfahren dürfen. Desöfteren. Das ist normal.

Der Stress baut sich auf, nehmen wir doch als Beispiel eine Statistikklausur. Lernen und Arbeit und soziales Leben muss irgendwie balanciert werden, keiner der 3 Pfeiler darf zu kurz kommen, man sollte allen gerecht werden. Der Tag ist komplett ausgefüllt. Man erstellt sich Arbeitspläne (oder auch Strukturpläne um im psychiatrische Chargon zu bleiben):
Wecker - Kaffee - Dusche - lernen - essen - arbeit - Bett - Wecker - Kaffee - Dusche - lernen - essen - soziale Kontakte erhalten - lernen - essen - Bett... und so weiter...

So in etwa kann das vor einer Statistikklausur aussehen. Dann der Stressgipfels, der Höhepunkt der Anspannung: Die Klausur. Ein Hörsaal - ähnlich einem Bunker - eine Aufsichtsperson die man aus der Pflegeschule noch kennt und mit der man sich immer äußerst gerne angelegt hat und eher weniger konstruktive Auseinandersetzungen hatte. Und dann ist es vorbei. Den Rest des Tages schwebt man irgendwie getragen von Endorphinen und Adrenalin durch die Strassen, bis man Abends relativ glücklich ins Bett geht, da man sicher sein kann (mit einer doch recht guten Note) bestanden zu haben (auch wenn die Ergebnisse offiziell erst in 4 Wochen kommen).
Der darauffollgende Tag..... Irgendwann aufwachen (natürlich zu der Zeit zu der der Wecker sonst immer geklingelt hat) - Kaffee - TV - Kaffee - TV - och joa ein Kaffee geht noch - Internet - Dusche - Essen - Arbeit - Essen - TV - Bett. 
Das mag 2-3 Tage erholsam sein, aber spätestens am vierten Tag fängt es an einen anzuöden. Man kommt aber zu spät erst auf die Idee, dass man den Vormittag sinnvoller hätte nutzen können und verspricht sich selbst es am nächsten Tag besser zu machen. 

Also noch ein Kaffee, noch eine Zigarette, und dann zur Arbeit. Keine Anspannung, kein Adrenalin. Erst wieder auf dem Weg zur Arbeit, wenn ich mit dem Rad durch die Spielstrasse fahre.

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